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So klappt der Frühjahrsputz für die Seele

 

Erster Schritt: ein Ziel definieren

 

 

Bevor ich loslege, sollte ich mir bewusst machen: Was will ich ändern? Hilfreich ist es, ein bis zwei Wochen lang alles aufzuschreiben, was mir dazu in den Sinn kommt. Statt grob nach dem Motto "Das muss weg!" zu verfahren, versuche ich, mich freundlich den Dingen zu nähern. Der Schrubber mit dem Scheuermittel gehört in die Küche, nicht in die Seele.

 

 

Bescheidene Ziele setzen - Beispiel Abnehmen

 

 

Ein klassisches Beispiel: Ich möchte abnehmen. Als erstes ist es klug, mir die Frage zu stellen: Wer will das? Wir nehmen oft Impulse von außen auf und glauben dann, es seien die eigenen. Das gängige Schönheitsbild in unserer Gesellschaft hat wenig mit der Realität zu tun: Schlank sein heißt die Devise. Mein Inneres fragt: Warum soll ich mich eigentlich dem Schlankheitswahn beugen? Schon habe ich ein Problem, weil zwei widerstrebende Kräfte in mir arbeiten. Eine Möglichkeit aus diesem Dilemma herauszukommen: Ich stecke mir ein bescheideneres Ziel. Statt zehn Kilo erst mal zwei bis drei Kilo abnehmen. Und das bis Mitte des Jahres, statt schon in einem Monat.

 

 

Belohnen statt bestrafen

 

 

Damit das Abnehmen nicht zur Bestrafung wird, sollte ich mich ernst nehmen. Wenn ich kalorienarme Körnerkekse furchtbar finde, kann ich mir ab und zu ruhig eine Belohnung gönnen: Die leckere Sahnetorte in kleinen Mengen und großen Zeitabständen hilft beim Durchhalten. Und ja: Scheitern ist erlaubt! Wichtig ist nach den Ursachen dafür zu schauen: Was ist passiert, dass ich eine ganze Tafel Schokolade auf einmal verputzen musste? Kann ich stattdessen bei der nächsten kleinen Krise was anderes machen? Schimpfen Sie nicht auf sich selbst. Die Welt ist rau genug.

 

Genauso sollten Sie es auch handhaben mit dem Vorsatz, Sport zu treiben. Bleiben Sie realistisch und suchen Sie den Spaß in der kleinen Veränderung. Wer Laufen schon immer furchtbar fand, sollte sich keine Walkingstöcke kaufen. Wer immer schon gerne Rad fuhr, sollte das häufiger machen.

 

 

Nicht zurückschrecken vor professioneller Hilfe

 

 

Schwieriger wird es, wenn es um die Seele geht. Beispiel: Ich komme zu der Überzeugung, dass ich mit einem bestimmten Menschen nichts mehr zu tun haben will. Gleichzeitig sagt eine Stimme in mir: "Das geht nicht, ich darf diesen Kontakt nicht abbrechen!" Dahinter kann oft eine größere Verstrickung stecken: Ich habe das Gefühl, ich gebe zu viel. Oder ich will helfen, "ersticke" aber an meiner Loyalität. An dieser Stelle sollten wir nicht zögern, uns Hilfe zu holen: bei einer guten Freundin oder in einer professionellen Beratung.

 

 

Immer handlungsfähig bleiben

 

 

Wichtig ist, sich klarzumachen: Ich kann handeln, ich bin nicht ohnmächtig. Sicher, jede persönliche Verhaltensänderung zieht auch Konsequenzen nach sich. Und doch sind die häufig nicht so dramatisch wie befürchtet. Veränderung in einer Beziehung muss nicht automatisch Abbruch bedeuten. Ich kann wählen: Gebe ich dem Druck von außen nach oder dem Druck von innen?

 

 

Nur nichts überstürzen

 

 

Sich Zeit zu nehmen hilft - also abwägen, konkrete Schritte überlegen, vielleicht auch in Gedanken erproben. Schnelles Handeln ist leicht erschütterbar. Gerade bei schweren Themen tut es gut, sie sanft anzugehen und vorsichtig "abzustauben". Beispiel für ein solches Thema kann die Frage sein, ob ich vielleicht unglücklich in meiner Beziehung bin. Als Folge des "Abstaubens" kann sich dann ein Abschiedsgefühl oder auch ein beglückendes Gefühl von Freiheit einstellen. Und das passt gut zum Frühling!